Vorsicht bei "Verschlimmbesserungen"!

Leider wird sehr oft der Versuch unternommen, ohne Kenntnisse der Materie und mit unzureichenden Mitteln eine von Zinkverfall beschädigtes Fahrzeug wieder herzurichten. Was vor Jahren, als man den Wert der Nachkriegsmodellbahn noch nicht zu schätzen wusste, mit viel Improvisationstalent wieder flott gemacht wurde, sollte heute im Sinne des Erhalts der seltenen Stücke mit nachhaltiger Wirkung auf Qualitätsniveau durchgeführt werden.



Dieses Chassis einer Pico ME 101 wurde aufwändig behandelt. Ergebnis: Der Zerfall geht weiter und gefährdet intakte Teile. Die Lok ist nicht mehr fahrfähig. Durch nicht originale Eingriffe ist ein Wertverlust des Modells entstanden.

Qualität hat ihren Preis...................mehr...

Die Hobby-Restaurationsfalle: ausser Spesen nichts gewesen!.......mehr...

Sehr beliebt ist es immer noch, die gelösten mechanischen Teile von Fahrzeugen im zinkpestbefallenen Gusschassis mit Harzen oder synthetischen Klebern einzubetten. Die hierbei entstehenden Schäden sind nur schwer wieder zu beseitigen. Ebenso ist  darauf zu achten, dass sich lösende Teile wie Kupplungen, Schleifer, Schrauben und nicht zuletzt Radsätze sorgfältig aufbewahrt werden. Für wertvolle und seltene Sammlerstücke gilt: den höchsten Wert stellt naturgemäss das Original in tadellosem Zustand dar, gefolgt von professionellen Restaurierungen, notfalls mit Replikat-Ersatzteilen aus Originalmaterialien. Einen reellen Wert stellen auch gut erhaltetene, wenig bespielte und nicht verbastelte Loks dar, selbst wenn die Gussteile von der Zinkpest zerstört sind. Als reine Ersatzteilträger mit entsprechendem Wertverlust gelten vermeintlich reparierte, aber nicht betriebsfähige bzw. verbastelte oder nicht vollständige Fahrzeuge.



Ein original erhaltenes Zinkpestopfer ist oft höher zu bewerten als ein durch Bastelei beschädigtes Stück.

Geschmackssache: Nicht jeder mag Patina

Wer sich entschliesst, ein zinkpestbefallenes Sammlerstück nicht mehr fahrfägig herzurichten, sondern in seinem Zustand zu belassen, sollte einige kleine Tipps beherzigen.

Wie schon erwähnt, lässt sich gegen den fortschreitenden Zerfall nichts unternehmen. Durch ruhige, dunkle Lagerung bei konstanter Temperatur erreicht man zumindest, dass das spröde Material nicht auch noch durch thermische Belastungen weiter strapaziert wird – und: auch diese Frage haben wir schon mehrfach beantwortet: Zinkpest ist nicht ansteckend!

In diesem Sinne erachten wir auch ein Hinweis in der Preisliste einer Restaurationswerkstatt, man habe dort "Zink-Aids"bereits mehrfach erfolgreich "behandelt" eher als geschmacklose Entgleisung denn als ernstzunehmende Offerte.



Das patinierte Stück Zeitgeschichte ist in manchen Fällen einer improvisierten Restaurierung vorzuziehen: Mantua Pacific aus den frühen 50ies.

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