Problemfall: Öffnung für Motorkohlenbüchsen

- ME 102 im Originalzustand. Keine Schäden an den Kohlenbüchsen
Die ursprüngliche Ausführung der ME 102 hat an der linken Gehäuseseite eine ovale Fräsung um die Büchsen für die Motorkohlen durchführen zu können. Um das Gehäuse vom Rahmen abheben zu können, muss man neben den vier Puffern auch die beiden vernickelten Abdeckkappen vorher abschrauben. Anschliessend lässt sich der Aufbau vorsichtig über die Messingbüchsen heben und somit ohne Beschädigung entfernen.
Rationalisierung contra Qualität

- Über Jahre hatte die ursprüngliche Version eine ovale Fräsung (oben). Zum Schluss wurde der Steg entfernt (unten)
Dieser Vorgang war natürlich auch im umgekehrten Fall zur Montage erforderlich. Da die Fahrwerke in der Regel separat gefertigt wurden, mussten deshalb vor dem Befestigen des Gehäuses zuerst die Kappen für die Kohlen entfernt und anschliessend wieder verschraubt werden.
Im Zuge der Produktivitätsoptimierung hat man sich während der 2. Hälfte der 50er Jahre entschlossen, den Steg unterhalb der ovalen Fräsung zu entfernen und damit die Montage der Lok erheblich zu vereinfachen. Man erkennt diese Modelle an den sauberen Trennschnitten im Gehäuse. Wenngleich dies eindeutig ein Qualitätsmangel gegenüber den Modellen der Mitberwerber war, nahm man dies in Kauf.
Hier liegt auch die Ursache für ein oft diskutiertes Problem. Begründet durch Zinkpestschäden haben sich die Hülsen in vielen Fällen gespreizt und haben Schäden im Bereich der Gehäuseöffnung verursacht.
Schadhaft schon ab Werk?

- Wer kennt die Ursache dieser Schäden?
Von Zeit zu Zeit erhalten wir auch Gehäuse, bei denen der oben beschriebene Steg nicht sauber herausgetrennt wurde, sondern aufgrund der Bruchstellen die Vermutung nahe liegt, dass dies mit unzureichenden Werkzeugen gewaltsam geschehen ist. Wir zeigen hier zwei Beispiele, die nach unserer Einschätzung nicht als Originale zu betrachten sind, sondern unter den Schadgehäusen eingereiht werden müssen.
Hier wurde laienhaft versucht wurde, das Gehäuse zu entfernen, obwohl sich die Schraubkappen nicht mehr entfernen ließen. Diese können sowohl durch Verharzung festsitzen oder zinkpestbedingt frei im Motorschild drehen. Wer hier die Geduld verloren hat, könnte zu ungeeignetem Gerät gegriffen haben.










