Restauration als Vertrauenssache

- Details entscheiden über die Qualität einer Restaurierung. vorn: Neuaufbau eines ME 101 Fahrgestells aus unserer Werkstatt
Natürlich ist die Vollrestaurierung einer historischen Modellbahnlok Vertrauenssache, egal ab man sie selber durchführt und auf zugelieferte Austausch- und Ersatzteile baut. Und noch viel mehr gilt dies, wenn man das gute Stück aus den Händen gibt. Zweifellos gibt es eine Reihe ambitionierter Modellbauer und Werkstätten, die das Ihnen entgegen gebrachte Vertrauen zu schätzen wissen und hervorragende Arbeit abliefern. Viel zu oft jedoch halten wir auch das Ergebnis sogenannter "Fachleute" in Händen, die mit ihren Eingriffen mehr Schaden als Nutzen anrichten.
Anhand des folgenden Beispiels möchten wir Ihnen einige Tips geben, auf die man bei der Restaurierung eines ME 101 Fahrgestells achten sollte.

- Durch einen vermeintlichen "Fachmann" restauriertes ME 101 Fahrgestell. Aussichtlos: Das Verkleben eines Zinkpestschadens
Das hier als Beispiel vorgestellte Fahrgestell wurde von einem "Fachmann" restauriert und war auch anschliessend wieder fahrbereit. Diese Freude währte allerdings nicht lange, da der durch Zinkpest angeriffene Rahmen trotz der Reparatur - wahrscheinlich mit einem Harz oder Ähnlichem - weiter zerfällt und sich auch verzogen hat. Dadurch schliessen die Zahnräder nicht mehr. Der Antrieb klemmt! Hierbei handelt es sich um einen gravierenden, irreparabelen Schaden, der die vorangegangene Reparatur nutzlos macht.
Wir möchten Sie anhand dieses Beispiels auf weitere mögliche Mängel aufmerksam machen, die es bei einer werterhaltenden Restaurierung zu vermeiden gilt.
Das Motorschild
Das an diesem Modell angebaute Motorschild ist eine Replik. Das in das Schild integrierte Pertinax-Bauteil mit den Gewindehülsen für Kohle und Feder wurde mit einer Schraube laienhaft befestigt. Hier ist eine Befestigung mit zwei Nieten erforderlich, um auch den geringsten Bewegungsspielraum und damit einen Kurzschluss zu vermeiden. Ebenfalls zu erwähnen sind die fehlenden Madenschrauben, welche in die sichtbaren Gewinde gehören. Wir verbauen nur Motorschilde mit vernieteten Originaleinsätzen.

- Das Bild macht die Mängel an Motorschild und Antriebsrad deutlich
Die Antriebsräder
Auf der stromführenden Seite ist das Fahrgestell mit neuen Antriebsrädern ausgerüstet worden. Bei diesen Nachbauten handelt es sich um Zinnabgüsse - nicht wie beim Original um Zinkräder. Diese sind nicht vernickelt und erweisen sich als ausgesprochen schlechte Stromleiter. Ein Umstand, der die "Freude am Fahren" in Grenzen hält.
Die Kuppelstangenführung
Die Kuppelstange wird vorne durch zwei Öffnungen in einer Pertinaxplatte geführt. Bei einer dem Original entsprechend restaurierten Lok sollte dies auch nach dem Neuaufbau so sein. Die hier gewählte Lösung eines Eigenbau-Ersatzteils erfüllt sicher seinen Zweck, entwertet die Lok aber ebenso wie einige andere Details. Erwähnenswert sind auch die auf dem folgenden Foto erkennbaren Messing-Gewindehülsen, welche in das Fahrgestell eingeklebt sind, um das Gehäuse darin zu verschrauben.

- Kuppelstangenführung aus einer vermeintlichen Fachwerkstatt: es erfüllt seinen Zweck!
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